Lautgestenwissen & Tutorials auf Youtube

Lautgestenwissen

 

Was bewirken Lautgesten?

Lautgesten haben einen umfangreichen Wirkungsbereich. Sie unterstützen vielfältig und gezielt die Sprachtherapie und Sprachförderung. Sie bewirken:

 

eine aktive Artikulationshilfe bei der Sprachlautanbahnung:
Lautgesten helfen, die Lautbildung zu spüren und machen die Lautbildung sichtbar.

 

eine Artikulationsunterstützung und korrektes Sprechen:
Der Sprechbewegungsablauf wird bewusst wahrgenommen durch Hand und Mund, man erhält Auskunft über Lippen-, Zungen-, Kieferbewegung und Luftstrom, auch die Vibration der Stimme kann gefühlt werden. Das kinästhetische Gefühl wird ausgebildet, die Sprache wird erlebt.
Die Lautgesten unterstützen, eigenstimulieren und kontrollieren die Artikulation auf Laut-/Silben-/Wort-/Satz-/Kommunikationsebene.

 

bewusste und geführte Koartikulation auf Silben- und Wortebene: 
Das Fortschreiten von einem Laut zum nächsten wird spürbar und kann gesteuert werden.

 

eine Verstärkung der Lautwahrnehmung und Lautdifferenzierung:
Lautgesten helfen, die Laute zu identifizieren und wahrzunehmen, diese aus Silben und Wörtern zu analysieren und Laute in Silben und Wörtern zu differenzieren.

eine Unterstützung der phonologischen Bewusstheit:

Lautgesten helfen bei der Lautanalyse und Lautsynthese

 

eine Erhöhung der Konzentration und Aufmerksamkeit im Sprachbereich:
Lautgesten erhöhen die Aufmerksamkeit im Fremd- und Eigenhören.
Sie stimulieren die sprachrelevanten Bereiche im Gehirn.

 

bessere Körperwahrnehmung und Koordination der Hand- und Mundmotorik: 
Hand und Mund erlernen eine geschickte Feinkoordination.

 

eine körpereigene propriozeptiv verankerte Gedächtnisstütze für die Sprachlautbildung und den Sprachlautklang: 
Die Muskeltätigkeiten der Finger-Handbewegungen werden länger erinnert und sind stabiler als der „flüchtige“ Sprachlaut.

 

leichte Wiedererweckung des Sprachlautes:
Die Lautgeste ruft den Laut.

 

Festigung bei der Laut-Buchstaben-Zuordnung (Phonem-Graphem-Korrespondenz): 
Lautgesten verknüpfen Laut und Buchstabe nachhaltig.

 

eine Verdeutlichung bei der Lautanalyse im Rechtschreiblernprozess:
Jeder Laut des Sprechwortes ist wahrnehmbar, Wörter lassen sich gut durchgliedern.

 

eine Synthesehilfe im Leselernprozess:
Die visuelle Hilfe der fließend durchgeführten Handgesten hat eine begleitende Steuer- und Kontrollfunktion.

 

 

Bei wem kann das Lautgestenspiel sinnvoll eingesetzt werden?

bei Artikulationsstörungen unterschiedlicher Ursachen und Arten:
(verbale Entwicklungsdyspraxie VED, phonologische Störung, phonetische Störung, phonematische Störung, dysarthrische Störung):
Die Lautgesten unterstützen und stimulieren die Lautbildung und machen sie bewusst.

 

bei auditiver Wahrnehmungsschwäche/-störung und gering ausgebildeter phonologischen Bewusstheit: 
Lautgesten helfen, Lautklänge intensiver wahrzunehmen und zu unterscheiden.

 

bei Late Talkern:
Lautgesten helfen, in die Sprache zu kommen.

 

bei Kindern mit besonderem Förderbedarf:
z. B. bei Entwicklungsverzögerungen, bei Down-Syndrom

 

bei morphologischen Störungen:
Lautgesten können, z. B. für die Markierung von Pluralformen, Kasus (z. B. Dativ, Akkusativ), Endungen von Verben, unterstützend eingesetzt werden.

 

bei Kindern mit Migrationshintergrund / DAZ: 
Die Kinder profitieren beim Erlernen der deutschen Sprache sehr von der lautverdeutlichenden Methode.

 

wenn deutliche Aussprache und genaues Hinhören gefördert werden sollen: 
Bei sprachunauffälligen Kindern oder Risikokindern kann es im Rahmen von Kindergarten-Förderprogrammen/Projekten zur Schulvorbereitung eingesetzt werden.

 

bei Lese- und Rechtschreibstörungen: Lautgesten helfen, die Laut-Buchstaben-Zuordnung zu sichern und unterstützen den Lese- Rechtschreiblernprozess.

 

 

 

Warum ein neues Lautgestensystem für die Sprachtherapie?

Um diese Frage angemessen beantworten zu können, ist folgendes zu beachten. Lautgebärden aus dem Bereich der Pädagogik und Sonderpädagogik wurden primär als am Laut angelehnte Handzeichen zur Unterstützung der Buchstaben entwickelt. Sie verfolgen damit eine andere Zielsetzung als die Lautgesten des „Lautgesten-Geheimvereins“, die speziell für die Sprachtherapie und Sprachförderung angepasst und weiterentwickelt wurden und vor allem die Unterstützung der Lautbildung zum Ziel haben. Hierzu wurden die Lautgesten nach genauesten sprechmotorischen Lautbildungskriterien ausgewählt, adaptiert oder neu entwickelt. Das vorrangige Ziel dabei ist, die Artikulation mit Hilfe der Lautgesten intensiv und nachhaltig zu unterstützen. Der Laut soll durch die Handgeste sichtbar gemacht werden und möglichst in seiner gesamten Lautbildungsart und –weise taktil-kinästhetisch eindeutig wahrnehmbar sein.

 

Lautbildung und Klang werden mit der Lautgeste gekoppelt, es wird ein audio-visuo-motorisch-perzeptueller Regelkreislauf aufgebaut und damit die Lautwahrnehmung und Lautdifferenzierung verstärkt. Dieses ist eine weitere therapeutische Zielsetzung in der Kindersprachtherapie.

 

 

Die therapeutische Intervention beginnt bei sprachgestörten Kindern häufig in einem sehr jungen Alter, z.B. ab 2 oder 3 Jahren und dauert bei schweren Störungen bis ins Schulalter. Das bedeutet, dass das Arbeitsmaterial, speziell die Lautgesten-Darstellungen, darauf ausgerichtet sein muss, die unterschiedlichen Altersgruppen zu erreichen. Wichtig ist, Lautgesten-Darstellungen zu haben, mit denen sich die Kinder identifizieren können. Die Lautgesten sollen in motivierenden und immer wieder neu faszinierenden Spielen gelernt und angewendet werden.

 

Die bestehenden Lautgebärdensysteme konnten diese speziellen Anforderungen der Sprachtherapie und Sprachförderung bisher nur bedingt erfüllen.
Dies gab letztendlich den Ausschlag für die Entwicklung des neuen Lautgestensystems LGGV von Logofin.

 

Bei der Entwicklung des Lautgestensystems wurde darauf geachtet, zusätzlich auch die Nutzbarkeit im Schulbereich zu unterstützen, bei der es vorrangig um das Lesen und Schreiben geht. Daher wurden alle Laute der deutschen Sprache aufgenommen, also auch diejenigen, bei denen die Unterschiede zwischen Laut- und Schriftsprache zu verdeutlichen sind, z.B. eu vs. äu, i vs. ie.

 


Logopädisches Lernmaterial

Das Lernspielsystem „Der Lautgesten-Geheimverein“  umfasst verschiedene Lernmaterialien, die auf der logopädischen Therapie mit Lautgesten (Lautgebärden) basieren. Mittelpunkt des Lernsystems ist das Grundspiel. Es bietet dem Logopäden / Pädagogen umfangreiches Spielmaterial, um eine ganzheitliche Therapie oder Sprachförderung mit Lautgesten durchzuführen. Hinzu kommen verschiedene Ergänzungsmaterialien, mit denen die Arbeit mit Lautgesten intensiviert und begleitet werden kann.

 

Bei allen Spiel- und Lernmaterialien des „Lautgesten-Geheimvereins“ geht es darum, Lautgesten zu erlernen und anzuwenden, um vorrangig die dazugehörigen Sprachlaute in ihren korrekten Artikulationen zu unterstützen, aktiv anzuregen und zu steuern. Ebenso dienen die Lautgesten dazu, die Lautwahrnehmung und Lautdifferenzierung zu verstärken. Des Weiteren werden mit den Lautgesten Merkhilfen trainiert, um sich die spezifische Sprachlautbildung sowie dessen Klang ins Bewusstsein rufen zu können. Die Ziele werden mit Hörübungen und Sprachproduktionsübungen erreicht.

 

zum Shop

 

 

FAQ Bereich

Auf dieser Seite finden Sie Fragen und Antworten, die durch unsere Kunden und durch Interessenten gestellt wurden. In regelmäßigen Abständen aktualisieren wir unsere FAQ´s, um Ihnen häufig gestellte Fragen zu beantworten. Sie haben selbst Fragen, die nicht in unseren FAQ's beantwortet werden? Schreiben Sie uns eine E-Mail an: kontakt@logofin.com, vielen Dank!

 

Kann man den Begriff „Lautgesten“ von „Lautgebärden“ unterscheiden?

Lautgebärden, Lautgesten, phonembestimmtes Manualsystem sind Synonyme. Wir haben den Begriff „Lautgesten“ gewählt, um keine Assoziation zu der Gebärdensprache von Gehörlosen oder den lautsprachunterstützenden Gebärden, z.B. GuK, herzustellen. Mit diesen Kommunikationsgebärden haben die Lautgesten keine inhaltliche Beziehung, obwohl sich beide Systeme bei Bedarf kombinieren lassen, z.B. bei Down-Syndrom-Kindern.

 

Welche Lautgebärden-Systeme gibt es?

Therapeuten und Pädagogen verwenden unterschiedliche Lautgebärden-Systeme. Wir verweisen auf das Buch von Holger Schäfer „Lesen und Schreiben im Handumdrehen“, Ernst Reinhardt Verlag, 2008. Holger Schäfer hat in seinem Buch 23 Lautgebärden-Systeme analysiert. Aus der historischen Entwicklung von Lautgebärden aus der Pädagogik / Sonderpädagogik heraus zeigt sich die Verbreitung besonders in dem Bereich. Alle Lautgebärden-Systeme haben ihren Ursprung in den so bezeichneten „Fingerzeichen“ von Franz Josef Koch (Pädagoge, Anfang des 20. Jahrhunderts). Aus diesem Fundus schöpften alle folgenden Pädagogen/Therapeuten die Lautgebärden und passten sie an Ihre Erfordernisse an.

 

Welches Lautgebärden-System verwendet der „Lautgesten-Geheimverein“?

Wir haben unsere Lautgesten (Lautgebärden) in Anlehnung an unterschiedliche Systeme zusammengestellt. Die besten und stimmigsten Lautgesten haben wir übernommen, mit neuem, innovativen Design versehen, sowie viele modifiziert oder neu entwickelt. Die taktil-kinästhetische Selbststimulierung sollte so eng wie möglich an dem am Laut beteiligten Artikulationsort gegeben sein und den Artikulationsmodus unterstützen. Die Lautgestendarstellungen sind immer frontal zu sehen und zeigen die Beziehung zwischen Lautgeste und Gesicht. Der Mund gibt die wesentlichen Artikulationsmerkmale wieder.

Der „Lautgesten-Geheimverein“ LGGV stellt somit ein eigenes Lautgestensystem dar. Es wurde im zweiten Schritt ein umfangreiches, flexibel einsetzbares Lautgesten-Spielsystem mit aufbauender Therapiestruktur für Sprachproduktions- und Hörübungen entwickelt. Betont werden soll, dass die gesamte Entwicklung aus der praktischen Erfahrung mit vielen Kindern unterschiedlicher Sprech- und Sprachstörungen (ganz besonders VED und Late Talker) über mehrere Jahre entstanden ist und für den praktischen Einsatz konzipiert wurde. Die Kinder sollen in spielerischer Form ihre Sprachkompetenzen erweitern können.

 

Wie geht man damit um, wenn die Kinder in die Schule kommen und dort ein bestimmtes Lautgebärden-System verwendet wird, wofür sich die verantwortlichen Pädagogen entschieden haben?

Das Entscheidende ist, dass die Kinder die Lernhilfe von Lautgesten nutzen lernen, um vor der Einschulung so weit wie möglich artikulatorisch korrekt zu sprechen und Laute wahrnehmen und differenzieren zu können. Lernen die Kinder in der Schule zur Unterstützung der Laut-Buchstaben-Zuordnung ein anderes Lautgebärden-System, so gab es bisher keinerlei Probleme, sie kennen dann zwei "Sprachen".

 

Ist die Wirksamkeit von Lautgesten wissenschaftlich belegt?

Die Wirksamkeit von Lautgesten (Synonyme: Lautgebärden, phonembestimmtes Munualsystem PMS) wurde vorrangig in der Pädagogik/Sonderpädagogik untersucht und bestätigt und in Förderprogrammen eingesetzt:
Dummer-Smoch / Hackethal „Kieler Leseaufbau“, 1986 und 2007
Carola Reuter-Liehr „Lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung“, 2008
Holger Schäfer „Lesen und Schreiben im Handumdrehen“, 2008
K. Rabanus „Mahlzeit. Ein Kochbuch fürs Lesen“, 1997 und „Lesespaß von A-Z“, 2006
Klaus Kuhn „ABC der Tiere“, Mildenberger, 2010

In der Logopädie ist der Einsatz von Lautgesten (PMS) noch recht neu, bisher existieren folgende Konzepte:
- in der Therapie von Sprechapraxie bei Erwachsenen:
  Katrin Shell „EMS“, Prolog, 2008
  Karen Lorenz „SpaT“, Prolog, 2012

- in der Kindersprachtherapie:

  Grziwotz PMS zu K und T, Sprachheilzentrum Ravensburg, 1980
  A. Schulte-Mäter „VEDiT“, 2009
  I. Wurzer „Der Lautgesten-Geheimverein“, logofin, 2013

Für weiterführende Literatur siehe unter den o.a. Quellen.

 

Sind in dem Grundspiel „Der Lautgesten-Geheimverein“ auch das Trainingsheft, das Plakat und das XL-Kartenset enthalten?
Nein, alle Produkte des „Lautgesten-Geheimvereins“ (siehe Shop) sind eigenständig zu beziehende Produkte. Jedes einzelne Produkt kann unabhängig von den anderen verwendet werden, obwohl sie sich zu dem Gesamtkonzept des „Lautgesten-Spielsystems“ optimal ergänzen.

 

Sind die Lautgebärden des Kieler-Leseaufbaus und die Lautgesten des LGGV identisch?
Nein, obwohl es Ähnlichkeiten bei einigen Lautgebärden/Lautgesten gibt. Der Fokus beim „Lautgesten-Geheimverein“ liegt auf Unterstützung der Artikulation direkt am Artikulationsort und der Nachahmung des Artikulationsmodus, die Lautgesten sollen als taktil-kinästhetische Selbststimulation genutzt werden können. Dies hat sich in der Praxis sehr bewährt und bildet die Grundlage dieses innovativen Konzepts. Weiterhin sind die Lautgesten beim LGGV deutlich untereinander abgrenzbar und es sind immer die Positionen von Lautgeste zu dem Mund und dem ganzen Gesicht deutlich zu sehen. Neuerungen des LGGV sind zudem die intuitive Verknüpfung von Laut und Lautgeste und dem Namen des Lautgestenkindes als Anlautassoziation, sowie der 7-Lernstufenaufbau für das Alter von 3 bis 10 Jahren.

Während sich der Kieler Leseaufbau in erster Linie auf den Schulbetrieb beschränkt, kann das LGGV-Konzept schon sehr gewinnbringend ab dem 3. Lebensjahr eingesetzt werden.

 

Wie erfolgt die Anpassung an unterschiedliche Sprachentwicklungsstände der Kinder?
Der „Lautgesten-Geheimverein“ ist ein modulares Spielsystem, das heißt, dass neben dem systematischen Lernstufenaufbau ebenfalls Module herausgegriffen werden können. Durch die Flexibilität des Materials kann die Anpassung an das lernende Kind schnell und einfach erfolgen. Das Erlernen der Lautgesten findet immer in abwechslungsreichen Brettspielen statt, die zusätzlich die Möglichkeit eigener kreativer Varianten zulassen.

 

Wie genau sollten die Lautgesten von jungen Kindern durchgeführt werden?
Es kommt bei den kleinen Kindern nicht auf perfekte Lautgesten-Durchführungen an. So, wie es die Kinder motorisch realisieren können, reicht es völlig. Schritt für Schritt helfen wir als Therapeuten, dass die Kinder es immer deutlicher hinbekommen. Das Wesentliche ist, dass die Kinder einen klaren Input erhalten.

 

Soll das junge Kind die Lautgeste grundsätzlich immer ausführen oder gibt es Kinder, bei denen man auf die eigene Ausführung verzichten würde?
Manche Kinder beobachten anfangs lediglich, was der Therapeut tut und das ist in Ordnung. Das Kind soll Zeit haben, es wird nicht gedrängt. Die Erfahrungen bisher waren, dass die Kinder in der nächsten oder übernächsten Stunde beginnen, nachzuahmen. Das Wichtigste ist, dass der Therapeut die Lautgesten durchführt, denn dadurch erhält das Kind zum auditiven Reiz eine zusätzliche visuelle Hilfe. Die Beobachtung setzt innerlich bereits leichte motorische Aktivitäten in Gang. Die Eltern werden mit einbezogen, auch sie lernen die Lautgesten. Benutzt die Mutter die Lautgesten, so erlebt das Kind einen selbstverständlichen Umgang damit.
Über das Interesse, das alle Kinder an den Lautgesten-Kindern auf den LG-Karten zeigen, hat man viele Möglichkeiten, die LG-Karten zusätzlich in fantasievolle Rollenspiele zu integrieren. Dabei werden die Lautgesten oft angeregt und die Kinder ahmen die Gesten in der lockeren Atmosphäre nach.

 

Können Lautgestenspiele auch bei Kindern mit Lernbehinderungen eingesetzt werden?
Das kommt auf den Grad der geistigen Behinderung an. Bei leichten Behinderungen ist es möglich, viele der Lautgestenspiele zu spielen. Da das Material sehr flexibel einsetzbar ist, kann es an das jeweilige Kind angepasst werden. die XL-Lautgestenkarten eignen sich besonders gut für den Einsatz bei Kindern mit besonderem Förderbedarf. Mit diesen Lautgesten-Karten kann man auch viele variationsreiche Bewegungs- und Rollspiele spielen. Empfehlenswert ist auch das Lautgesten-Memo, Lotto & Co., welches ganz einfache Spielvarianten enthält.

 

Lassen sich Lautgesten auch bei Kindern mit Lernbehinderungen einsetzen?

Kinder mit Lernbehinderungen, z.B. Down-Syndrom atypischer Autismus o.a., profitieren sehr von der Methode mit Lautgesten.

Sie aktivieren mit Lautgesten zeitgleich mehrere Sinneskanäle, Sie nutzen u.a. den visuellen und motorischen Kanal, was mehrfache Verknüpfungen im Gehirn und Abrufmöglichkeiten bedeuten.

Die Lautgesten-Karten, auf denen die sogenannten Lautgesten-Kinder zu sehen sind, zeigen jeweils eine Lautgeste, die zu einem bestimmten Sprachlaut gehört. Diese Lautgesten-Karten dienen als Dauereindruck und ermöglichen dem Kind so viel Zeit, wie es benötigt, bis sein Sprachverarbeitungsprozess im In- und Output beendet ist.

Viele positive Rückmeldungen von Kolleginnen, die diese Kinder behandeln, berichten zusätzlich, dass die lernenden Kinder von den Lautgesten-Kindern emotional berührt werden, was die Lernbereitschaft, das Interesse und die Motivation zu lernen, erhöhen und die Fähigkeiten hervorrufen, die man nicht geahnt hätte.

 

 

Was ist der Unterschied von Lautgesten zu TAKTKIN und Prompt?
Lautgesten sind eine Eigenstimulation für die Artikulation und keine Fremdstimulation, was viele Kinder nach der Erfahrung zurückweisen.

Man kann jedoch im Lernprozess auch vorübergehend über die gestikulierende Hand des Kindes greifen und diese führen, bis das lernende Kind die Lautgesten als Lernhelfer selbständig durchführen kann. Von dem Kind wird keine perfekte Durchführung der Lautgesten erwartet, sondern nur so gut, wie es die individuellen motorischen Möglichkeiten zulassen.

Ist die motorische Fähigkeit des Kindes so weit beeinträchtigt, dass es nicht in der Lage ist, Lautgesten selbst durchführen zu können, helfen dennoch die Beobachtung der Lautgesten-Durchführung durch den Therapeuten oder/und die Lautgesten-Darstellungen auf den LG-Karten über den visuellen Kanal (siehe auch Lautgestenvideos auf dieser Seite, oder im YouTube-Kanal https://www.youtube.com/channel

 

 

 

 

Können die Lautgesten des LGGV auch bei Sprechapraxie im Erwachsenenalter, die zusätzlich eine Aphasie haben, eingesetzt werden?
Der Einsatz von Lautgesten ist bei Sprechapraxie im Erwachsenenalter eine sehr unterstützende Methode. Meistens ist es so, dass die Beoachtung dessen, was ich als Therapeut zur Lautunterstützung mache, die wesentliche Hilfe bedeutet: zum auditiven Reiz das Mundbild und die Lautgeste als visuelle Darbietung. Die Lautgestendurchführung des Patienten ist häufig durch eine gleichzeitig vorliegende Handlungsdyspraxie oder/und Lähmung erschwert bis unmöglich. Die Lautgesten des LGGV kann der Therapeut auch zusätzlich am Patienten durchführen (siehe dazu Therapiemethode TAKTKIN) als Fremdstimulation.

Die Lautgestenkarten des LGGV sind Darstellungen von Kindern, doch Erfahrungen zeigten, dass oft Erwachsene diese mögen, weil sie farbig und humorvoll sind. Den Erwachsenen kann man jedenfalls erklären, dass es darum geht, sich die Lautgesten anzueignen als Unterstützung, um das Sprechen wieder zu erlangen.

Bei Erwachsenen wären die Lautgesten-XL-Karten oder die Lautgesten-Spielkarten ausreichend, nicht die Spielfelder des Lautgestenspiels. Sollten Sie als Therapeut die Lautgestenkarten als nicht passend für den Erwachsenen einstufen, so kann man die Lautgestendurchführungen selbst erlernen und lediglich modellieren. Lautgestenvideos unter dem YouTube-Kanal https://www.youtube.com/channel oder auf  dieser Logofin Seite.

Als Hinweis: Karen Lorenz hat ein Buch/Therapiekonzept herausgebracht „SpAT SprechApraxieTherapie bei schwerer Aphasie“ Prolog, 2012. Das zentrale Element ist ein PMS-System (Lautgesten) zur Behandlung von Sprechapraxien im Erwachsenenalter.

Wie immer muss man schauen, was für einen Patienten habe ich vor mir, in welchem Alter, was mag er, was lehnt er ab und wie transportiere ich was als Therapeut.

 

Bei welchen Kindern wurden mit den Lautgesten Erfolge erzielt?

Praktische Erfahrungen vom Einsatz der Lautgesten in der Kindersprachtherapie im Vorschulalter liegen bei Kindern mit folgenden Störungen vor:

- Late Talker (z.B. aufgrund von Hörbeeinträchtigungen oder Verdacht auf VED)

- verbale Entwicklungsdyspraxie VED und kindliche Sprechapraxie

- Aussprachestörungen: phonologische, phonetische, inkonsequente phonologische Störungen, dysarthrische und phonematische Störungen

- Down-Syndrom

- morphologische Störungen als unterstützende, zusätzliche Methode

- Defizite in der phonologischen Bewusstheit

- auditive Wahrnehmungs-/Verarbeitungsstörungen AWVS

- Lese-Rechtschreibstörungen